Für Oldtimer-Freunde und Sportwagenfans ist die Alpenüberquerung mit dem Automobil ein besonderes Erlebnis. Jene Zeiten, in denen wir die Tage und Aktivitäten auf uns zukommen ließen, also quasi „auf gut Glück“ verreisten, scheinen endgültig passé zu sein. Denn längst erfreuen sich Themen-Hotels, Abenteuer-Urlaube und andere durchorganisierte Reisen großer Beliebtheit. Dabei kann gerade hier, im Hochgebirge, einer spannenden „Spielwiese“ für Outdoor-Fans und andere Junggebliebene, viel erlebt werden …

Tatsächlich brauchen die europäischen Alpen den Vergleich mit anderen Hochgebirgsregionen der Erde kaum zu scheuen. Die Alpen sind häufig ein Sehnsuchtsziel, das zudem auch mit dem Oldtimer problemlos erreicht werden kann.

Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah

„Hier ist alles, was das Herz begehrt!“

Dieses Loblied auf das Grödner Tal sang kein Geringer als Luis Trenker, wobei die Legende des Bergsports vor allem die Stille der Bergwälder sowie die sonnigen Felsen und Hänge, die nicht allein den Bergwanderer faszinieren, gelobt hat. Denn auch Passfahrten mit dem Allradler oder Oldtimer-Rallyes in die Berge wissen Automobil-Fans zu begeistern. Eine Fahrspaß, der dann gerne auch mit anderen Outdoor-Aktivitäten wie Wandern oder Rafting verknüpft wird.

Alpenüberquerung mit dem Automobil

Dabei stellt das „Grödner Dreigestirn“ auch für moderne Bergfreunde – und das zu jeder Jahreszeit – ein lohnendes Ziel dar. Denn ausgehend von den Dörfern St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein können Ski- und Schneeschuhwanderungen, aber auch sommerliche Bergtouren organisiert werden. Unter anderem warten hier, in den Dolomiten (die Geologen zu den Südalpen zählen), über 1.000 (!) Kilometer Wanderwege. Zudem sorgen verschiedene Indoor-Aktivitäten wie Reitställe oder Tennis- und Kletterhallen auch bei schlechteren Wetterverhältnissen (oder den mitgereisten Familien-Mitgliedern) für Kurzweil und gute Laune.

Selbst in Richtung Großglockner sind die Motorsport-Oldtimer unterwegs

Selbst in Richtung Großglockner sind die Motorsport-Oldtimer unterwegs

Träume erleben, Träume erfahren

Unter diesem Motto steht die Kitzbüheler Alpenrallye, die heuer – und das bereits zum 31. Mal – vom 6. bis 9. Juni stattfindet. Dabei gibt es, unter anderem, eine „Gasteinertal Runde“, die, ausgehend von Kitzbühel, über Sankt Ulrich, Bischofshofen, Kaprun, den Pass Thurn und wieder zurück führt.

Doch auch jenseits der Rallye wissen Kitzbühel und das nordöstliche Tirol ihre Gäste zu verzaubern. Denn hier wird jedermann, vom Wandern übers Skifahren bis hin zum Golf-Sport, die passende Freizeitaktivität geboten. Nicht umsonst gilt Kitzbühel als die Sportstadt in den Bergen und kann im April ein spezielles „Ski + Golf“ Tagesticket gebucht werden.

Hoch droben, auf dem Pass

Der Pass Thurn selbst, ein rund 1270 Meter hoher Gebirgskamm in den Kitzbüheler Alpen, verbindet den Pinzgau und das obere Salzachtal mit Leukental (Tirol). Eine Verbindung, die schon früher, von den alten Kelten (seinerzeit freilich noch in Form enger Saumpfade), rege genutzt wurde. Als Sehenswürdigkeit gelten verschiedene Hochmoore sowie mehrere Lifte und Sesselbahnen, so dass auch jenseits der Rallye ein Besuch in der Region lohnt.

Eine Überquerung der Alpen im legendären BMW 328 Roadster

Eine Überquerung der Alpen im legendären BMW 328 Roadster

Passtouren am laufenden Band

Dennoch stellen gerade Passtouren für passionierte Autofahrer bei einer Alpenüberquerung mit dem Automobil ein Erlebnis der ganz besonderen Art dar. Dabei sind, allein in den Alpen mit ihren weit über 300 Pässen und Hochstraßen, zahlreiche Touren und Kombinationen möglich. Legendär ist das Stilfser Joch, der höchste Gebirgspass in Italien, der rund 50 Kilometer lang und, je nach Wetterlage, von Mai bis November geöffnet ist.

Ein herrlicher Blick über die Alpen

Nach all´ den Pässen, ein herrlicher Blick über die Alpen

Auch der Simplonpass, meist kurz Simplon genannt, kann auf eine lange Tradition und schmale Saumpfade zurück blicken. Eine traumhafte Gegend in den Walliser Alpen, die auch bei Wanderern sehr beliebt ist. Weniger malerisch ist dann die Straße selbst, die zwar hervorragend ausgebaut ist, dafür jedoch auch vom Schwerlastverkehr genutzt wird.

Vor der Fahrt ins Hochgebirge

Trotz moderner Sicherheitstechnik sollte übrigens jede Passfahrt und jede Tour ins Hochgebirge penibel geplant werden. So ist zum Beispiel der Simplonpass für Anhänger und Wohnwagen gänzlich verboten. Für den Splügenpass wird zumindest (gilt auch für Wohnmobile) davon abgeraten. Denn einige der 75 Spitzkehren sind so eng, dass selbst Motorradfahrer ins Schwitzen kommen.

Daher gilt: In der Ruhe liegt die Kraft. Gerade im Hochgebirge sollte man, statt zu rasen, in Ruhe und vor allem sicher reisen. So empfiehlt es sich, beim Bergabfahren die „Motorbremse“ zu nutzen. Selbst wenn der Camper dann ein wenig laut wird. Eine Alpenüberquerung mit dem Automobil kann aber auch andere Gefahren bergen.

Den Gegenverkehr und Gefahren stets im Blick!

Zudem muss gerade im Hochgebirge vorausschauend gelenkt werden. Denn selbst auf modernen Passstraßen, sind die Kehren oftmals nur schlecht einzusehen. Hupen und den Gegenverkehr auf sich aufmerksam zu machen, kann daher selbst dort, wo es nicht explizit gefordert ist, durchaus Sinn machen.

Dabei stellen in den meist ländlich geprägten Hochgebirgsregionen auch freilaufende Weidetiere eine oftmals unterschätzte Gefahr dar. Zumal für den Autofahrer, aber auch für jene, die auf Schusters Rappen unterwegs sind. Denn auch als Wanderer sollte man Kühen Respekt zollen. Diese einfach zu streicheln oder gar zu bedrängen, kann fatal sein. Zumal dann, wenn Jungtiere mit von der Partie sind. Kälber werden nämlich aggressiv verteidigt. In solchen Fällen können dann Wanderer oder freilaufende Hunde zu Schaden kommen.

So manche Gefahren lauern bei einer Alpenüberquerung

So manche Gefahren lauern bei einer Alpenüberquerung

Wir sollten also darauf achten, dass sich die Herde weder durch uns noch durch unseren Vierbeiner bedrängt fühlt. Im Zweifel gilt es, den Hund anzuleinen und die grasenden Kühe möglichst weiträumig zu umgehen. Ebenso ist bei freilaufenden Pferden, meist handelt es sich dabei um Haflinger, Vorsicht geboten. Denn die können, zumal durch Futter angelockt, durchaus aufdringlich werden, so dass dann das Innenleben unseres Autos oder sein Lack in Gefahr kommen.

Was zunächst lustig beginnt, kann ausarten. Daher sollten wir weidenden Kühen, aber auch Pferden, stets mit Respekt begegnen und diese niemals füttern. Sonst kann auch ein urgemütlicher Kaltblüter recht aufdringlich und rabiat werden!

Bildquelle: porsche.de, bmwgroup.com, audi.com

 





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