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Las Vegas Motor Speedway – nur ein paar Kilometer außerhalb der Spielermetropole im US-Bundesstaat Nevada, befindet sich das 1,5 Meilen lange Trio-Oval, auf dem jährlich im März die amerikanische NASCAR ihr Stelldichein gibt. Nachdem die Top-Liga im US-Motorsport wieder abgereist ist, hatte ich vor einiger Zeit Gelegenheit, das Oval einmal aus anderer Perspektive zu erleben. Und ein NASCAR Rennauto selber fahren, wollte ich schon immer einmal.

NASCAR leitet sich ab von National Assocation for Stock Car Auto Racing. In der Rennserie kommen Rennfahrzeuge zum Einsatz, die Serienmodellen sehr ähnlich sind. Aber nur vom Äußeren her. Unter den Chassis jedoch sind es reinrassige Rennfahrzeuge mit Gitterrohrrahmen und einem 5,7 Liter großen V8-Motor.

NASCAR Rennauto selber fahren

NASCAR Rennauto selber fahren – Las Vegas Motorsport Speedway

NASCAR Rennauto selber fahren – Ein unbeschreibliches Erlebnis

Richard Petty ist in Amerika eine Legende, konnte er doch ab Ende der 60er Jahre den Titel in der NASCAR insgesamt sieben Mal erreichen. Mit seiner Driving Experience gibt er seit langem jedem Inhaber eines Führerscheins die Möglichkeit, einmal selbst ans Steuer eines NASCAR-Bolidens zu klettern.

Die hier eingesetzten NASCAR-Fahrzeuge sind aber gedrosselt, so dass man „nur“ mit etwa 600 PS zu Werke gehen kann. Gute 300 US-Dollar muss man hier auf den Tisch legen, um selbst acht Runden im Oval fahren zu können. Das Team der Richard Petty Driving Experience ist eingespielt, so dass die Einweisung ins Cockpit des US-Rennboliden und die Erläuterung der Strecke schnell erfolgt.

NASCAR Rennauto selber fahren

NASCAR Rennauto selber fahren – Im Cockpit des Rennboliden

Pure V8-Power

Ehe man sich versieht, sitzt man auch schon festgezurrt hinter dem Lenkrad eines NASCAR-Boliden und kann den V8 zum Leben erwecken. Der Sound lässt einen erzittern, die pure Kraft des V8-Motors lässt sich nur erahnen. Als Getriebe hat man die klassische H-Schaltung zur Verfügung – man schaltet aber prinzipiell nur beim Losfahren bis man den vierten Gang erreicht hat, mehr braucht es dann nicht. Man darf nicht vergessen, die Amerikaner sind schließlich an Automatikgetriebe gewöhnt.

Daher gilt nach dem Start die volle Konzentration, den V8 nicht abzuwürgen. Einmal ins Rollen gekommen, heißt es dann sich hinter seinem Vordermann (mit erfahrenem Piloten am Steuer) einzuordnen und diesem zu folgen. Die Spur, in der man fahren soll, ist markiert, dazu zeigen einem Pylonen am Kurvenein- und ausgang an, wann man vom Gas zu gehen hat und wann man beschleunigen sollte.

NASCAR Rennauto selber fahren

NASCAR Rennauto selber fahren – Im Oval

Die Spur des NASCARs ist dem Oval angepasst, so dass man auf der Geraden das gefühlt riesige Lenkrad bewegen muss, um auch weiter geradeaus zu fahren. Was von außen langsam aussieht, wirkt hinter dem Steuer doch ganz anders. Das Kurvenbanking von 18 – 20 Grad drückt einen schon enorm in den Sitz, kaum vorstellbar, wie die Asse des NASCAR-Sports hier im Abstand von wenigen Zentimetern nebeneinander herfahren können.

Mit 600 Pferdestärken unterwegs im Oval

Es dauert eine ganze Weile, bis man Vertrauen in den Wagen gefasst hat, die schnellste Runde sollte somit auch die Letzte sein. Während der Bolide auf der Geraden in den Begrenzer rast, merkt man am Vordermann deutlich, dass man in den Kurven noch ordentlich Luft nach oben hat. Übertreiben sollte man es aber hier nicht, die 600 PS des V8-Renners können einen dann auch schnell in die Knie zwingen.

Als Topspeed erreicht man ca. 215 km/h, allerdings fühlt sich das in einem klassischen NASCAR-Rennboliden auf einem Kurs mit reichlich Banking doch ganz anders an als in einem gedämpften Supersportler für die Straße.

Bevor man ganz in Richtung Boxengasse abbiegt, gilt es dann tatsächlich doch das Bremspedal zu nutzen. Hier muss man dann schon ein paar Mal auf dem Weg die Bremse daran erinnern, dass es sie noch gibt und man auch tatsächlich zum Stillstand kommt.

Die ganze Zeit wird man vom Vordermann geleitet. Dieser gibt mittels Blinkzeichen zu verstehen, wann man zu nah am Heck unterwegs oder der Abstand mehr als ausreichend ist. Ein Rot für zu dichtes Auffahren – das gelang an diesem Tag in Las Vegas aber keinem der Oval-Anfänger.

Für mich war das NASCAR Driving ein spannender Ausflug in das pure Rennfahren, der mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

 


 

Gastbeitrag von: Jens Schneider

Wer schreibt hier? Jens Schneider ist Blogger und Redakteur. Kaum ein anderer ist näher mit dem Motorsport verbunden wie er. Mit Erfahrungsberichten und unterwegs in Sachen Motorsport widmet er sich diesem Thema mit Leidenschaft und Benzin im Blut.

Unter www.racing14.de betreibt er einen eigenen Motorsportblog.

Für FINESTAUTOMOTIVE schreibt Jens Schneider zum Thema Motorsport.